Die Sorben - Serbja
Die Sorben sind Nachkommen slawischer Volksstämme, die sich im Zuge der Völkerwanderung des 6. Jahrhunderts aus den Südkarpaten in das damals kaum besiedelte Gebiet der heutigen Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt, das östliche Thüringen und das südliche Brandenburg bewegten. Die sorbischen Stämme bildeten mit den Stämmen im Ostseeraum die Elbslawen und gehören zur großen Völkergruppe der Westslawen.
Der Name „Sorben“ ist abgeleitet von der Bezeichnung des Stammesverbandes der „Surbi“. Der deutsche Name „Wenden“ folgt dem lateinischen „Venedi“, wie römische Geschichtsschreiber slawische Stämme zwischen Karpaten und Ostseeküste benannten. Im Deutschen belegte man später mit diesem Namen alle Slawen, die in Mittel- und Ostdeutschland sowie im Alpengebiet siedelten.
Durch die deutsche Kolonisierung des mitteldeutschen Raumes, durch Verdrängung und Assimilierung, verkleinerte sich das sorbische Siedlungsgebiet im Laufe des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Von den Elbslawen blieben nur zwei Stämme erhalten: die Obersorben in der heutigen Oberlausitz und die Niedersorben in der heutigen Niederlausitz.
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Sorbische Sprache
Im Gebiet der beiden Lausitzen begegnen einander drei größere sorbische Sprachräume. Diese fassen zwei Schriftsprachen: das Obersorbische und das Niedersorbische, hinzu kommt ein Übergangsdialekt in der Region um Schleife. Das Sorbische bewahrte sich viele sprachliche Eigenheiten des Altslawischen.
Die Entwicklung der sorbischen Schriftsprachen begann jedoch erst nach der Reformation. Grundlage der ersten Versuche der Schriftlichkeit waren verschiedene Dialekte. Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich jedoch die heutigen zwei Schriftsprachen manifestiert und durchgesetzt.
 
Kultur und Brauchtum
sorbKinderOsterreitenNeben den bunten Trachten sind die Sitten und Bräuche der Sorben wohl am bekanntesten. Oftmals heidnischen Ursprungs, wurden diese seit der Slawenmission mit christlichen Inhalten gefüllt und stellen ein lebendiges Zeugnis des Glaubens und der Nationalität dar. Stellvertretend für viele anderen Bräuche seien hier der Zapust (Niederlausitz), das Osterreiten (Oberlausitz) und das Maibaumwerfen genannt.
 
Zeittafel
631 Der fränkische Chronist Fredegar berichtet zum ersten Mal vom Stammesverband der Sorben – „Surbi“ – als Nachbarn der Franken. Die Sorben sind Ackerbauern und Viehzüchter, betreiben aber auch Handel bis nach Skandinavien, nach Arabien und Byzanz.

929 König Heinrich I. unterwirft große Teile des slawischen Siedlungsgebietes und errichtet die Reichsburg Meißen. Die Sorben werden gewaltsam dem deutschen Königreich einverleibt.

968 Mit der Gründung des Bistums Meißen beginnt die Christianisierung der Sorben, die erst im 12. Jahrhundert abgeschlossen ist.

11.-13. Jahrhundert Das sorbische Gebiet wird ausgebaut, neue Dörfer entstehen. Parallel dazu lassen sich Siedler aus Flandern, Sachsen, Thüringen und Franken hier nieder. Städte und Klöster werden gegründet. Die Assimilierung der Sorben setzt ein.

14./15. Jahrhundert Rechtliche Festlegungen und Gerichte schränken die sorbische Sprache und Kultur ein. Nur im Land Bautzen (Oberlausitz) und in der Mark Lausitz (Niederlausitz) bleibt die sorbische Bevölkerung in der Mehrheit.

16./17. Jahrhundert Mit der Reformation werden 90 Prozent der Sorben evangelisch. Die neue Wertigkeit der Schrift begünstigt die Entwicklung der sorbischen Schriftsprache. Die kirchliche IntelligenzsorbMuseum bestimmt die kulturelle Entwicklung der Sorben.

18./19. Jahrhundert Mit der Aufklärung erwacht ein nationales Empfinden. Bewusst werden Kultur, Sprache und Brauchtum der Sorben gepflegt und erneuert.

20. Jahrhundert Nach Repressalien und Verbot der sorbischen Sprache während der Naziherrschaft werden Schutz und Förderung der Sorben in die Verfassung aufgenommen. Die Assimilierung setzt sich dennoch fort. Heute leben noch ca. 40.000 Sorben in den Ländern Sachsen und Brandenburg.
 
Weitere Informationen erhalten Sie über die Sorbische Kulturinformation in Bautzen
Telefon: 03591 / 42105
Fax: 03591 / 42811
Website: www.sorben.com
 
Formy
Serbska rĕć! Ja chwalu twoje słowa:
W rymach luboznje a mócnje zwonja;
Z wjesołosću mi so wjerći hłowa,
hdyž kaž mjetele so pyšne honja.
Serbska rĕć! Njech su ći pycha nowa
pĕsnje, kotrež z duše mi so ronja!
Hraju z formu rady w pĕsnjow raju,
kuzło budźu, słowam hudźu reje,
kćĕwy košu, prošu spĕwy meje,
haju rym a rytmus w serbskim kraju.
Formen
Sorbische Sprache! Ich lobe Deine Worte:
In Reimen läuten sie liebevoll und kräftig;
Vor Freude kreist mir der Kopf
wenn Worte sich wie Schmetterlinge zierlich jagen.
Sorbische Sprache! Es seien dir eine neue Zier
die Lieder, die mir aus der Seele fließen!
Mit der Form spiele ich gern im Reich der Lieder,
wecke den Zauber, den Worten spiele ich den Tanz,
küsse die Blüten, bitte die Maienlieder,
hege den Reim und den Rhythmus im Sorbenland.
Jakub Bart-Ćišinski
ZS II,66
nach Jakub Bart-Ćišinski
Übersetzung: TS
 
 

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